| 07. September 2010
Tennis
Alle guten Dinge sind drei: Nach einem vierten Platz und der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr stehen die Herren 40 des TC SW Landau ganz oben. Bei der Endrunde der vier besten Mannschaften feierten die Landauer Tennisspieler in Kempten den Deutschen Meistertitel. Die taktische Aufstellung im Halbfinale, als die SW-Herren den Franzosen Francois Errard auf Position sechs durch Markus Bart ersetzten, brachte für die Setzung mehr Ranglistenpunkte. Als damit topgesetztes Team trafen die Landauer im Semifinale auf Wunschgegner Club an der Alster aus Hamburg. Rüdiger Haas, Rainer Marzenell, Frank Bohlender, Stefan Burchard und Markus Bart holten fünf erwartet glatte Einzelsiege und machten so den erneuten Finaleinzug perfekt. Einzig Olivier Cayla musste sich dem früheren spanischen Davispokalspieler David de Miguel-Lapiedra, der lange Zeit für GW Mannheim in der Bundesliga auf der Spitzenposition serviert hatte, geschlagen geben.
Da sich auch Titelverteidiger TG Gürzenich-Wald gegen den ausrichtenden TC Kempten mit 5:1 nach den Einzeln durchsetzte, kam es zur Neuauflage des Endspiels 2009. Während SW Landau in Bestbesetzung antrat, musste der Favorit auf seine verletzte Nummer vier, Jan Stremmel, verzichten. Die Devise der Landauer war klar: Gegen das doppelstarke Team aus Gürzenich-Wald sollten vier Einzelsiege her. Rüdiger Haas war an Position zwei gegen den wahrscheinlich stärksten Spieler der Finalrunde, Michael Schmidtmann, nahezu chancenlos. Haas musste gegen den aufschlagstarken Linkshänder sehr viel Risiko gehen, machte dadurch zu viele Fehler und unterlag 3:6 3:6. Im Spitzeneinzel zwischen dem Landauer Olivier Cayla und dem ehemaligen finnischen Weltklassespieler Veli Paloheimo stand der Franzose kurz vor der Sensation. Mit seinem variantenreichen Spiel und vielen gelungenen Stopps gewann Cayla den ersten Satz im Tiebreak. Auch im zweiten Satz begeisterten beide Spieler die Zuschauer. Cayla führte 5:4 und 30:0 bei eigenem Aufschlag. Zwei leichte Fehler zum 30:30. Paloheimo spielte volles Risiko, glich so zum 5:5 aus und sicherte sich nach mehr als zwei Stunden Spielzeit das 7:5. Im Match-Tiebreak mobilisierten beide Spieler noch einmal alle Kräfte. Nach einem zu kurzen Stopp Caylas entschied Paloheimo den Tiebreak 10:8 für sich.
Der zweite Krimi des Tages ging an die Herausforderer: An Position vier traf Frank Bohlender auf den deutschen Spitzenspieler Dr. Wolfgang Dörr, dem er vor zwei Jahren in der Relegation in Berlin noch unterlegen war. Bohlender erwischte beim 2:6 einen Fehlstart. Doch im zweiten Satz kam mit dem Rückhandslice auch die gewohnte Sicherheit zurück. Gegen einen müder werdenden Dörr sicherte sich Bohlender zunächst den zweiten Satz (6:2) und dann auch sicher den Match-Tiebreak (10:2). Deutlich eiliger hatten es die SW-Teamkollegen Francois Errard und Stefan Burchard. Dank schneller Vorhand und guter Beinarbeit machte Errard mit Carsten Lemke beim 6:1, 6:1-Erfolg gewohnt kurzen Prozess. Burchard lieferte an Fünf gegen den Luxemburger Johnny Goudenbour eine taktische Meisterleistung ab. Hoch konzentriert hielt der Landauer gegen den starken Grundlinienspieler den Ball im Spiel und brachte seinen Gegner mit Tempowechseln beim 6:4, 6-2-Sieg erfolgreich aus dem Rhythmus. Rainer Marzenell holte an Position drei gegen den Franzosen Lionel Barthez nach großem Kampf den umjubelten vierten Einzelpunkt für Landau. Marzenell fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel und gab den ersten Satz 3:6 ab. Doch der SW-Mann kämpfte, wurde immer sicherer und holte sich mit seiner druckvollen Vorhand den zweiten Satz (6:3). Der Match-Tiebreak war nichts für schwache Nerven: Es ging hin und her, Barthez führte 9:7 und hatte zwei Matchbälle. Äußerlich unbeeindruckt zog Marzenell sein Spiel doch noch bis zum 12:10 durch.
Da der Titelverteidiger per 7-er Aufstellung alle drei Doppel gewinnen musste, setzte SW Landau auf sein stärkstes Duo: Haas/Marzenell bezwangen in einem sehenswerten Spitzendoppel Paloheimo/Lemke sicher 6:2, 6:3 und machten so die Vereins-DM für die Landauer Herren 40 perfekt. Burchard/Bender holten im dritten Doppel noch ein 6:4, 6:2 zum 6:3-Endstand. Pokal und Weißbierdusche waren der Lohn für eine starke Mannschaftsleistung, zu der im Verlauf der Runde auch Andreas Gelbach und Eric Geppert beigetragen haben.


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