5. Frauenvollversammlung des LSB in Mainz

Ellen Wessinghage nannte die 5. Frauen-Vollversammlung einen vollen Erfolg: „Durch ein motivierendes Programm ist es gelungen, noch mehr Lust auf Macht zu machen“, resümierte die LSB-Vizepräsidentin. Ob der Vortrag über gewaltfreie Kommunikation, der Erfahrungsaustausch im Rahmen des Frauen-Mentoring-Projekts oder die abschließende Trainingseinheit mit Staffel-Weltmeisterin Marion Wagner – stets stand eine zentrale Forderung im Mittelpunkt: Frauen müssen Verantwortung im Sport übernehmen.

Gruppenfoto der Frauenvollversammlung 2009.

Wollen künftig noch stärker in die Führungspositionen im Sport: die Teilnehmerinnen der Frauen-Vollversammlung des LSB mit DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers (vordere Reihe, 3.v.l.) und LSB-Vizepräsidentin Ellen Wessinghage (4.v.l.). (Foto: C. Palm)

Prominente Unterstützung in ihrer Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen erhielt die ehemalige Weltklasse-Athletin Wessinghage von DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers und LSB-Präsidentin Karin Augustin, übrigens die einzige Frau an der Spitze der 16 Landesverbände. In ihrem Grußwort ermunterte Augustin die rund 30 Delegierten: „Der Sport kann auf die Ideen und das Engagement der Frauen in der Führungsarbeit nicht verzichten. In meiner noch relativ kurzen Amtszeit habe ich gemerkt, dass ich als Frau Führungsaufgaben mit mehr Empathie wahrnehme als es in der Regel Männer vermögen.“ DOSB-Vizepräsidentin Ridder-Melchers, ehemalige Frauen-Ministerin in NRW, ergänzte: „Wir Frauen wollen die uneingeschränkte Teilhabe an den Führungspositionen des Sports: Fifty-Fifty ist keine Utopie.”

Ridder-Melchers betonte, dass der Sport schon weiter ist als die meisten Unternehmen, Banken oder Universitäten. Optimierungsbedarf besteht dennoch. „Mit dem Verbandswettbewerb ,Frauen an die Spitze’ und den Führungstalente-Camps wollen wir Entwicklungen anstoßen.“ Ridder-Melchers stellte die drei wesentlichen Aktionen zur Gewinnung weiblicher Mitglieder für Sportvereine vor: die „FrauenSportWochen“, das „Netzwerkprojekt – mehr Migrantinnen in den Sport“ und „Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns“.

Der Nachmittag in Mainz stand ganz im Zeichen der Leichtathletik. Nach einem historischen Überblick über den Weg der Frauen zur Gleichberechtigung in der Leichtathletik – noch 1931 warnte der Leipziger Gynäkologe Hugo Sellheim: „Durch zu viel Sport nach männlichem Muster wird der Frauenkörper vermännlicht und die weiblichen Unterleibsorgane verwelken“ – stellte die ehemalige Sprinterin Bärbel Wöckel, vierfache Goldmedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen die neuen Initiativen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zur Mitgliedergewinnung und Talentsichtung vor.

Die nächste Frauen-Vollversammlung findet am 18. September 2010 in Kooperation mit dem Volleyball-Verband Rheinland-Pfalz statt.
Weitere Infos zum Thema „Frauen & Gleichstellung“ unter Tel.: 06131/2814-116.


Aktionen zur Mitgliedergewinnung im Jahr der Frauen im Sport

FrauenSportWochen: Die Aktionswochen sollten zwischen Mai und September Mädchen und Frauen mit Schnupperangeboten zu mehr Bewegung motivieren.

Netzwerkprojekt – mehr Migrantinnen in den Sport: Das Projekt stellt sich mit dem Programm „Integration durch Sport“ den Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft. Vereine und Verbände sollen die Angebotsstrukturen stärker an die Interessen von Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte anpassen und sie für den Vereinssport begeistern. Dabei werden alle Sportangebote mit Bildungsangeboten verknüpft (z.B. Schwimmen und Sprachkurs).

Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns: Anlässlich des Internationalen Tages der Gewalt gegen Frauen am 25. November bieten Vereine Aktionen zur Selbstverteidigung und -behauptung an. Der LSB Rheinland-Pfalz hat hierzu unter dem Titel „Schweigen schützt die Falschen“ einen Flyer mit allen Notrufstellen in Rheinland-Pfalz herausgegeben.


Diese Seite speichern oder weiterempfehlen:

Del.icio.us! Google! Live! Facebook! Technorati! StumbleUpon! Yahoo! Mister-Wong! Ask! Twitter!