| 08. Februar 2010
Südgipfel in Trier: Südliche Landessportbünde setzen auf neue Angebote in Sportvereinen
Mit der festen Absicht, durch neue Angebote neue Mitglieder und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen für die Vereine zu gewinnen, den Austausch untereinander zu pflegen und gegenseitig die jeweiligen Veranstaltungen zu besuchen, beschlossen die Frauen-Vertreterinnen der südlichen Landessportbünde den „Frauen-Südgipfel“ in Trier. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz hatte zum jährlichen Arbeitstreffen in die älteste Stadt Deutschlands geladen.
Zu Beginn des Gipfels stellten die Teilnehmerinnen die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte des vergangenen und des anstehenden Jahres vor. Ellen Wessinghage, LSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, erläuterte anhand des druckfrischen Jahresrückblicks die Aktivitäten und Projekte ihres Arbeitskreises in Rheinland-Pfalz. Bei diesem Erfahrungsaustausch nahmen die Vertreterinnen der einzelnen Bundesländer neue Anregungen für ihre Arbeit mit. Am Abend lud LSB-Präsidentin Karin Augustin zum gemeinsamen Abendessen ein.
Zentrale Punkte des Folgetages waren ein Impulsvortrag in Dialogform zwischen Ellen Wessinghage und Marianne Weg, Organisationsberaterin für Gender Mainstreaming, sowie drei Workshops. Unter dem Titel „Sport in der Mitte der Gesellschaft – wie schaffen wir das?“ verglichen Wessinghage und Weg, Abteilungsleiterin Arbeitsschutz beim hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, zunächst die Situationen im Arbeitsleben und im Sport. Es wurde beleuchtet, ob nicht zu oft die Interessen und Ansprüche derjenigen im Vordergrund stehen, die ohnehin ihren Platz in der Gesellschaft haben und ausfüllen. Dabei wurde deutlich, dass es noch viele „blinde Flecken“ gibt, die bearbeitet werden müssen, bis Anspruch und Wirklichkeit übereinstimmen.
Ihr Fazit: Frauen haben in beiden Bereichen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. In den Entscheidungsgremien sitzen demnach zu wenige Frauen, meist haben die Männer den größten Einfluss, das absolute Sagen und das letzte Wort. Dabei würden, so Ellen Wessinghage, Frauen mit Macht anders umgehen als Männer, die oft ihre Positionen ausnutzten. Wessinghage zitierte in diesem Zusammenhang die deutsch-amerikanische Publizistin Hannah Arendt: „Macht entspricht der Fähigkeit, sich mit anderen zusammen zu schließen und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln.“
Die anschließenden Workshops beschäftigten sich mit den Themen Sportstättengestaltung für oft ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen und -schichten, innovative Strategien zur Mitgliedergewinnung im Sportverein und neue Sportangebote, zum Beispiel für berufstätige Mütter. Nach informativer Theorie stand zum Abschluss des Treffens unterhaltsame Praxis auf dem Programm: der Besuch des Basketball-Bundesligaspiels der TBB Trier gegen die Eisbären Bremerhaven.
- Der nächste Frauen-Südgipfel findet voraussichtlich Ende Januar 2011 im Saarland statt.
PDF-Dateien zu "Frauen & Gleichstellung" zum Download
- Flyer "7. LSB-Partnerlauf 2012 in Ingelheim"
- 100 Jahre Frauensport
- Rückblick Frauen & Gleichstellung 2010
- Flyer "Gertalis-Schohs-Preis 2012"
- Flyer "Frauen gewinnen - die Frauenvertreterinnen im Sport"
- Flyer "Schweigen schützt die Falschen - Notrufstellen in RLP"
- Rückblick Frauen & Gleichstellung 2009

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