| 18. November 2010
LSB, Lotto, Stadt Koblenz und CTG Koblenz empfangen Peter Joppich
„Ritter werden wie die Anja im Fernseher“, das war der eigentliche Wunsch des kleinen Peter als er - motiviert durch Anja Fichtels Goldmedaille bei Olympia 1988 in Seoul - mit dem Fechtsport begann. Den Ritterschlag hat er sich nach seinem vierten WM-Triumph mehr als verdient, Peter Joppich aus Koblenz.

Peter Joppich im Kreise der Gratulanten von LSB, Lotto, Stadt Koblenz und der CTG Koblenz. (Foto: P. Seydel)
Mit seinem Florett-Triumph über Chinas Weltranglistenersten Sheng Lei schrieb der fünffache rheinland-pfälzische Sportler des Jahres ein Kapitel Sportgeschichte: Nie zuvor war ein deutscher Planchenkünstler viermal Einzelweltmeister. Grund genug für den Landessportbund (LSB) Mr. Florett - Peter Joppich - gemeinsam mit Lotto Rheinland-Pfalz einen gebührenden Empfang zu bereiten. Nicht 5000 Zuschauer wie beim Finale in der historischen Umgebung des 110 Jahre alten Grand Palais in Paris, aber weit mehr als hundert Gratulanten kamen auf Einladung des LSB in der Koblenzer Lotto-Zentrale zusammen, um dem 27-Jährigen ihre Glückwünsche zu überbringen.
Ob LSB, Lotto Rheinland-Pfalz, sein Heimatverein, die Coblenzer Turngesellschaft 1880, die Landesregierung, die Ortsgemeinde Lay, Freunde und Familie, alle sind stolz auf die Leistung des erfolgreichsten deutschen WM-Fechters. „Du bist das Aushängeschild des rheinland-pfälzischen Sports und hast dich mit deinem historischen Erfolg schon jetzt an die Spitze des Team Rheinland-Pfalz für London 2012 gesetzt“ brachte es LSB-Präsidentin Karin Augustin auf den Punkt und betonte zugleich des Kampfeswillen Peter Joppichs. Denn besonders bemerkenswert ist, Zur Person: Peter Joppich
Peter Joppich (27 Jahre, Coblenzer Turngesellschaft 1880) begann im Alter von fünfeinhalb Jahren mit dem Fechtsport. Seine ersten Erfolge stellten sich als B-Jugendlicher ein. Er ist fünffacher Fecht-Weltmeister (2003, 2006, 2007 und 2010 im Einzel, 2002 mit der Mannschaft) und damit erfolgreichster deutscher WM-Fechter. Insgesamt hat Peter Joppich schon zwölf WM-Medaillen gewonnen. Im vergangenen Jahr wurde er zum vierten Mal in Folge zum Sportler des Jahres in Rheinland-Pfalz gewählt. Sein großes Ziel für die Zukunft: „Diese verdammte Olympia-Medaille!“wie Joppich diesen Titel gewinnt. Geplagt von einer hartnäckigen Schulterverletzung gilt er nicht gerade als Titelfavorit. Und so ist die WM für Joppich im Achtelfinale schon fast beendet: Gegen den ägyptischen Junioren-Weltmeister Alaa El Din El Sayeed wackelt er beträchtlich, liegt 20 Sekunden vor Ende des Gefechtes mit 11:13 hinten, doch durch drei Treffer in Folge gewinnt er im „Sudden Death“ mit 14:13. „Fechten ist brutal. Da hätte ich schon raus sein können“, resümiert Joppich während des Empfangs noch einmal sein kritischstes Gefecht. Motiviert durch seine nervenstarke Aufholjagd lässt er im Viertelfinale dem Franzosen Viktor Sintes und im Halbfinale dem Amerikaner Gerek Meinhardt keine Chance.
Peter Joppich schwärmt immer wieder von der besonderen Atmosphäre unter dem Glasdach des Grand Palais, spricht von dem berühmten Flow, vom hohen Fachverstand der Zuschauer in der Heimat der Musketiere, im Mutterland des Fechtens. Erst im Finale wird es wieder spannend, als der Publikumsliebling 9:11 zurückliegt. Fast im Stil eines Radiomoderators berichtet Joppich: „5.000 Zuschauer verwandelten die Fechtarena in ein Tollhaus, ich hole Treffer um Treffer bis zum 11:11 auf. Spätestens da war mir klar, das ich diesen Kampf gewinne“, gibt er im Interview mit Lotto-Sprecher Clemens Buch voller Überzeugung zum Besten. Was dann kam, zitiert Buch aus dem Zeitungsbericht der FAZ: „Joppich warf die Maske quer durch die Halle, sank auf die Knie, stieß einen lauten Brüller aus und ließ sich von Freundin Ina herzen und küssen“.
Nicht geküsst, aber geherzt wurde Joppich dann auch von den zahlreichen Gratulanten in der Lotto-Zentrale, stand im Anschluss an die offiziellen Grußworte geduldig den zahlreichen Medienvertretern Rede und Antwort, signierte Poster, schrieb seinen Namenszug auf die Sportschuhe der Jungs und Mädchen der CTG und ließ es sich auch nicht nehmen, die Vereinsvertreter des jüngsten LSB-Vereinszeitschriften-Wettbewerbes zu begrüßen, die zeitgleich ein Stockwerk tiefer ihre Urkunden in Empfang nahmen. „Und in spätestens zwei Jahren, lieber Peter, treffen wir uns hier alle wieder, denn die wird auch noch kommen“, ruft ihm Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler zu. „Die“, damit meint er die olympische Medaille in London 2012. Denn der Olympia-Titel oder wenigstens eine Medaille ist das einzige, was Joppich zur Vollendung noch fehlt.





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