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Deutsches Sportabzeichen

Das Deutsches SportabzeichenWer das Deutsche Sportabzeichen erringt, belohnt sich selbst mit einer guten Fitness. Infos zu den Anforderungen, Terminen, zur Anmeldung und vielem mehr, finden Sie auch auf den offiziellen Seiten des DOSB "Das Deutsche Sportabzeichen".
LSB stellt Faltblatt zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport vor

Sportvereine und - verbände sind Orte der Begegnung, bieten sportliches und soziales Miteinander für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Ältere. Diese Nähe und besonders die Körperlichkeit von Spiel, Sport und Bewegung, verbunden mit Momenten hoher Emotionalität, haben eine große Attraktivität - gleichwohl attraktiv aber auch für potenzielle Täter mit vielfältigen Gelegenheiten zu Missbrauch und sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen.
Da insbesondere junge Menschen als schwächste Glieder in unserer Gesellschaft auf besonderen Schutz und Fürsorge angewiesen sind, haben sie ein Recht darauf, in Geborgenheit und Unversehrtheit aufzuwachsen. In diesem Sinne hat es sich der Landessportbund zur Aufgabe gemacht, alle Sportvereine und Sportverbände, Vorstände, verantwortlichen Mitarbeiter, Trainer, Betreuer und Eltern zu informieren, zu sensibilisieren, Möglichkeiten der Prävention aufzuzeigen und letztlich auch Ansprechpartner und Hilfsangebote zu vermitteln. Dass dieses sehr sensible Thema auf große Nachfrage stößt, zeigte eine erste Infoveranstaltung Ende Februar im Haus des Landessportbundes in Mainz.  Dabei referierte Kriminalhauptkommissarin Ines Rose, Leiterin des K2 – Gewalt gegen Frauen und Kinder, ausführlich über Täter sowie Opfer sexueller Gewalt und gab den mehr als 60 Teilnehmern aus Fachverbänden wertvolle Hinweise zur Prävention. Zum anderen stellte der Landessportbund das neue Faltblatt „Sexualisierte Gewalt im Sport – Information, Prävention, Beratung“ vor.

 

 

Triebtäter vs. Gewalttäter
Seit fast 32 Jahren ist Ines Rose im K2, seit über 20 Jahren leitet sie das Dezernat und ist auch an diesem Abend im Einsatz – und das seit fast vierzig Stunden ohne Schlaf. In ihrem Vortrag spricht Ines Rose über ihre Erfahrungen aus der Praxis, über Täterprofile und über Prävention. „Die Wirklichkeit ist anders als in den Fernsehkrimis“, versichert Rose. Die Täter, mit denen sie es in ihrem Bereich zu tun hat, unterteilt sie in Triebtäter und Gewalttäter. „Der Triebtäter kann der nette Nachbar sein – hilfsbereit, fleißig, unauffällig.“ Gewalt sei nicht das vorherrschende Motiv seines Handelns; in bestimmten Zeitabständen überkomme es ihn, seinen Trieb auf perverse Weise zu befriedigen. Meist habe er eine Waffe dabei, um seine Opfer in Schach zu halten. Dabei folge er immer dem gleichen Muster. „Wenn er seine Opfer tötet, dann aus Angst, entdeckt zu werden“, erklärt Ines Rose. „Oft entschuldigt sich der Triebtäter bei seinem Opfer, weil ihm die Tat anschließend aufrichtig leid tut.“ Ihrer Meinung nach sind Triebtäter nicht therapierbar. „Aber das ist meine ganz private Überzeugung.“

Gewalt wird in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben
Beim Gewalttäter spiele die Triebbefriedigung auch eine Rolle, sein Hauptmotiv sei aber die Machtbefriedigung. „Gewalttäter sind sehr wohl therapierbar“, betont Ines Rose. „Die Gewaltbereitschaft ist ein Ergebnis der Sozialisierung. Sie wird in so genannten Gewaltfamilien von Generation zu Generation weitergegeben.“ Wer als Kind lerne: „Wenn ich nicht kriege, was ich will, dann schlage ich drauf, dann kriege ich es“, der verhalte sich auch als Erwachsener noch so. Gewalttäter seien fast immer Beziehungstäter. Dazu zählen für Ines Rose nicht nur familiäre Beziehungen und enge Paarbeziehungen, sondern auch flüchtige Kontakte. Nicht selten werde beispielsweise ein zurückgewiesener Flirtpartner aus der Disco aus Rache zum Gewalttäter, wenn seine Wünsche nicht erfüllt würden.

Kommissarin Ines Rose berichtet über Pröventionsmöglichkeiten im Sport

Kommissarin Ines Rose (l.) informiert Vereine und Verbände zum Thema "Sexualisterte Gewalt Im Sport"; rechts: Dieter Krieger, LSB-Vizepräsident. (Foto: C.Palm)

Sport ist die beste Prävention
Vereinen rät Rose: „Beobachten Sie Auffälligkeiten, schauen Sie noch genauer hin, wenn sich neue Trainer bewerben oder Personen anbieten, das Zeltlager in den Sommerferien zu betreuen. Scheuen Sie sich nicht, sich ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis zeigen zu lassen, insbesondere wenn es sich dabei um Männer um die 40 handelt, die keine eigenen Kinder haben, die noch bei den Eltern wohnen und nicht in Ihrem Verein groß geworden sind“ (Anm.: Im polizeilichen Führungszeugnis sind Straftaten im Bereich des sexuellen Missbrauchs länger vermerkt als andere Straftaten).
Und die Opfer? Grundsätzlich gelte: „Opfer können wir alle werden.“ Wichtig sei es, sich eine Haltung anzueignen, die ganz klar ausdrücke: „Mit mir nicht!“ Sport ist hierbei die beste Prävention. „In Selbstverteidigungs- oder Selbstbehauptungskursen lernt man nicht nur sich zu verteidigen, sondern mit lautem Schreien Täter zurückzuschrecken. Junge Sportlerinnen und Sportler kennen ihren Körper besser, sind durch sportliche Erfolge häufig auch selbstbewusster und eher in der Lage, „Nein“ zu sagen“, so die Kriminalhauptkommissarin.
Um nicht Opfer zu werden, spiele die Prävention eine große Rolle. Dazu gehöre, sichere Wege zum Training auszuwählen, nicht alleine zu gehen, Pünktlichkeit zu verabreden, körperliche Auffälligkeiten zu beobachten und Verdächtigungen nachzugehen. „Nehmen Sie sich die Zeit und sprechen mit Ihren Kindern über die Situation im Training“, so Ines Rose.

Frauen sind häufig Mittäterinnen
Während bei den Opfern Jungs gleichermaßen betroffen sind wie Mädchen, spricht Rose bei den Tätern grundsätzlich von Männern. „Mir ist noch keine Triebtäterin begegnet“, gesteht sie. „Es gibt allerdings Fälle von Grenzüberschreitungen durch Frauen bei Zärtlichkeiten zwischen Mutter und Sohn. Frauen sind eher Meisterinnen der psychischen Gewalt und häufig Mittäterinnen bei Gewalttaten, auch bei der Verbreitung von Pornographie und Kinderpornographie.

Kontaktanbahnung über soziale Netzwerke im Internet
Eine Gruppe in Ines Roses K2 beschäftigt sich mit Internet-, PC- und Handykriminalität, was auch eines ihrer Lieblingsthemen ist. Zugleich weist sie auch auf die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche hin. „Soziale Netzwerke wie ‚wer kennt wen’ oder Schüler-VZ sind eine tolle Idee, sie werden aber von Tätern durch falsche Angaben missbraucht.“ Sie selbst hat einen Täter überführt, der sich einem 14-jährigen Mädchen gegenüber als Jugendlicher ausgegeben und einen Treffpunkt am Mainzer Hauptbahnhof vereinbart habe. Kennzeichen: Rote Nelke im Rucksack. Der „Jugendliche“ war über 40 Jahre alt. „Trotzdem schrecken manche Mädchen nicht zurück und fühlen sich geschmeichelt, von einem erwachsenen Mann begehrt zu werden.“

 


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