Outdoor liegt voll im Trend

Das Rennen um Räume ist längst in vollem Gange, es wird eng auf den Radstrecken, Flüssen und Wanderwegen in Rheinland-Pfalz. Und die Natur darf dabei – natürlich – nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieses Problem stand beim Forum „Knappes Gut Natur“ des Landessportbundes (LSB) Rheinland-Pfalz vor 150 Besuchern im Mainzer Landesmuseum im Mittelpunkt.

Dieter Kriger spricht vor Publikum.

LSB-Vizepräsident Dieter Krieger begrüßte im Mainzer Landesmuseum 150 Zuschauer zum Forum: Knappes Gut Natur.

Ein Lösungsansatz: „Kooperation statt Konfrontation“, schlug Dr. Erwin Manz vor. Laut dem Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Rheinland-Pfalz (BUND) gibt es immer noch einige Sportlerinnen und Sportler, die ohne Rücksicht auf die Natur ihrem Hobby nachgehen. So hinterlassen Kletterer am Naturdenkmal Heidenfelsen bei Landstuhl abgebrochene Felsen und Magnesia-Spuren, Einzelwanderer an der Nahe zerstören Flora und Fauna, die Sauer im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist von Wassersportlern übervölkert, und im Mountainbikepark Vulkaneifel rasen Downhill-Begeisterte abseits der Wirtschaftswege. „Natursport ist eben oft am schönsten in besonders sensiblen Gebieten“, erklärte Manz.

Prof. Dr. Ralf Roth am Redepult.

Prof. Dr. Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule in Köln forderte Augenmaß beim Sporttreiben in der Natur.

Probleme bereiten demnach nur einzelne Extremsportler, die Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport funktioniere dagegen hervorragend. Beispiele: die Arbeitsgruppe Natur und Sport, in der unter anderem der LSB vertreten ist. Goldene Regeln für Klettern, Wassersport und Mountainbiking leiten zu verantwortungsvollem Sporttreiben in der Natur an. „Man sollte sich mit Augenmaß draußen bewegen“, forderte auch Prof. Dr. Ralf Roth. Der Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln sieht im „E-Bike“ die Sportart der Zukunft. Fahrräder mit Elektroantrieb ermöglichen das Fahren ohne Überlastung, auch bergauf. So müssten neue Radwege nicht zwangsläufig durch die flache Ebene führen. 925 Kilometer umfasst Roths Projekt-Radwegenetz im Südschwarzwald, sechs Service-Stationen laden zur Rast. „So erschließen wir neue Zielgruppen“, sagte Roth. Vor allem Ältere springen auf die Sportart an. „Schon jetzt ist jedes siebte verkaufte Fahrrad in Deutschland ein E-Bike.“

Moderator Stephan Brust gibt das Mikrofon an einen Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum.

Angeregte Diskussion: Moderator Stephan Brust gab den Anwesenden Gelegenheit zum intensiven Meinungsaustausch.

Den Standpunkt der oft kritisierten kommerziellen Anbieter vertrat Dr. Achim Schloemer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Seine Branche hat auf die Trends reagiert. Wandern wurde von der Zeitschrift „Geo“ schon 2007 zur Trendsportart ernannt, Outdoor ist die Antwort auf den hektischen Alltag, und die Wanderwege an Rheinsteig und Co. sind der Renner. 190 Millionen Tagesgäste besuchen Rheinland-Pfalz im Jahr, allein auf den Rheinsteig strömen jährlich eine Million Wanderfreunde. Dort verzeichnen die Betriebe ein Umsatzwachstum von 30 Prozent. Entwicklungen, auf die die Tourismusbranche mit neuen, naturorientierten Angeboten reagiert hat und somit einen großen Teil des Marktes besetzt. „Wir müssen aber den Dialog zwischen Sport, Freizeit, Tourismus und Naturschutz fördern“, sagte Schloemer. Auf dem Weg dorthin war das Forum in Mainz ein guter Anfang.


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