| 01. März 2010
LSB ehrt knapp 200 Top-Athleten
Das Umfeld war (beinahe) erstklassig, das Publikum meisterlich: Bei der Meisterehrung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz im VIP-Raum des 1. FC Kaiserslautern wurden 198 Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr besonders erfolgreich waren.

Moderator Christian Döring präsentiert den Zuschauern die Ehrenplakette des LSB in Gold. (Fotos C. Palm)
Der Compound-Bogen ist eher etwas für die Techniker unter den Bogenschützen, beim Freiballonsport werden die Athleten vor ihrer Jungfernfahrt auf einen Fantasie-Namen getauft, und die Zuschauer beim Gehörlosensport winken anstatt zu applaudieren. Für viele der rund 340 Gäste im VIP-Raum des (Noch-)Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern waren diese Infos neu, schließlich hat man nicht jeden Tag mit eher ausgefallenen Sportarten zu tun.
Die Meisterehrung des Landessportbundes bietet seit jeher auch den sogenannten Randsportarten eine Bühne und rückt deren Sportlerinnen und Sportler in den Mittelpunkt. „Die Meisterehrung ist eine sehr gute Möglichkeit, um auf seine Sportart aufmerksam zu machen, die sonst eher selten im Fokus der Öffentlichkeit steht“, erklärte Sandra Sprinkmeier. Sie und ihre Partnerin Katrin Schultheis sind immerhin dreimalige Weltmeisterinnen im Zweier-Kunstradfahren, also eine Hausnummer im rheinland-pfälzischen Sport. Aber das Duo kann die „kleinen“ Sportarten und deren Lust auf Anerkennung nachvollziehen. „Man arbeitet das ganze Jahr über sehr hart, da ist so eine Ehrung ein schöner Lohn“, sagte Sprinkmeier.
198 Sportlerinnen und Sportler zeichnete der LSB mit der Meisterschaftsnadel in Gold aus, Voraussetzung dafür war ein Deutscher Meistertitel, eine Medaille bei Welt- oder Europameisterschaften oder erste Plätze bei Welt- oder Europacups im vergangenen Jahr. Moderator Christian Döring befragte nahezu alle Geehrten nach den Besonderheiten ihrer Sportart, den zurückliegenden Erfolgen oder den Zielen für 2010. Und so gab es in den drei Ehrungsblöcken immer wieder Bildungs-Kurzreisen in die Sportarten Hallenboccia, Segelflug oder Duathlon.

Gunter Fischer (Ministerium des Innern und für Sport, l.) und LSB-Vizepräsident Ulrich Klaus (r.) im Interview mit Christian Döring.
Unter den interessierten Zuhörern war neben der Pfälzer Box-Legende Karl Mildenberger auch Gunter Fischer, der als seinen Minister Karl Peter Bruch vertrat. Für Fischer und das rheinland-pfälzische Sport- und Innenministerium ist die Meisterehrung traditionell ein weiterer Beweis dafür, dass die Sportförderung eine gute Investition ist. „Von dem Geld profitiert sowohl der Spitzen- als auch der Breitensport“, erklärte Fischer. „Die Mittel werden über den LSB und die Sportbünde an die Vereine gegeben, damit dort die vielen Angebote realisiert werden können.“ Und wie vielfältig der Sport im Land auch im Leistungsbereich aufgestellt ist, dokumentierte einmal mehr die Ehrung auf dem Betzenberg.
„Sei es im Billard oder Bogenschießen, im Karate oder Kegeln, im Rollstuhl-Rugby oder Rope Skipping und im Tanzen oder Taekwondo – Sie alle haben in ihrer Sportart Großes geleistet und unser Land in erstklassiger Weise vertreten“, lobte LSB-Präsidentin Karin Augustin. Und Ulrich Klaus, LSB-Vizepräsident Leistungssport, ergänzte: „Sie repräsentieren den rheinland-pfälzischen Sport in seiner gesamten Breite und Vielfalt.“ Einer freute sich besonders über ein stimmungsvolles Heimspiel: Wojtek Czyz, Weltmeister über die 100 Meter, im Weitsprung und mit der 4 x 100 Meter-Staffel, der „in meinem Stadion“ über seine Ziele fürs kommende Jahr sprach. Seine aktuelle Bestleistung im Weitsprung von 6,72 Metern soll noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Da sind noch ein paar Zentimeter mehr drin“, verriet der beinamputierte Leichtathlet vom 1. FC Kaiserslautern.
Millimeterarbeit hingegen war bei den Show-Acts gefragt. Die Rope Skipper des TV Waldmohr, Fußball-Freestyler Thommy Rist aus Mainz und Cocktail-Artist Levent Yilmaz beeindruckten durch ihre artistischen Einlagen auf der drei Mal sieben Meter großen Bühne. So nahm jeder Meisterehrungsgast am Ende des Abends etwas mit nach Hause: die Athleten die LSB-Meisterschaftsnadel in Gold, die Zuschauer Eindrücke eines stimmungsvollen Abends und neue Informationen über sogenannte kleine Sportarten.

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